Cordjacke nähen - in 15 Schritten

Cordjacke nähen – in 15 Schritten

Cordjacken sind voll im Trend! Noch schöner, wenn man sie sich nach seinen eigenen Vorstellungen selbst nähen kann. Ich zeige dir in dieser Anleitung, wie du dir in 15 Schritten deine eigene Cordjacke nähen kannst. Als Schnitt habe ich diesen Jackenschnitt von Burda Style verwendet:

Materialauswahl und Vorbereitung

Bevor ich dir aufliste, welche Materialien ich verwendet habe, um meine Cordjacke nähen zu können, möchte ich klarstellen, dass ich mir alle Materialien selbst gekauft habe, auch den Schnitt. Ich erhalte keine Gegenleistung dafür, dass ich die Links zu den Produkten hier teile.

Ich habe meine Cordjacke aus einem Breitcord in der Farbe Lichtgrün genäht. Ich habe mir den Stoff bei stoffe.de bestellt – hier kommst du direkt zum Stoff:

Das Futter ist ein Lammfellimitat, ebenfalls bei stoffe.de gekauft:

Stand Januar 2021 – es kann natürlich sein, dass du unter diesen Links irgendwann keine Stoffe mehr findest.

Um deine Cordjacke nähen zu können, benötigst du, je nach Größe 1,70 m – 1,75 m von dem Cordstoff (Stoffbreite 1,40 m) und 1,35 m – 1,40 m für das Futter. 

Außerdem werden 5 Knöpfe benötigt – du kannst hier Druckknöpfe oder wie ich Metallknöpfe zum Annähen verwenden. 

Weiterhin benötigen wir um unsere Cordjacke nähen zu können Vlieseline G785 bzw. abhängig von dem Oberstoff, den du verwendest dickere oder dünnere Einlage und ein ca. 50 cm langes Band. Meines ist 2 cm breit. Leider ist es in der Farbe, in der ich es verwendet habe, nicht mehr verfügbar, aber vielleicht gefallen dir die noch verfügbaren Farben.

Natürlich benötigst du auch das gängige Nähzubehör wie Garn für deine Nähmaschine und Overlock, Stecknadeln und ggf. Klammern wenn du gerne mit solchen arbeitest. Eine Stoff- sowie Fadenschere und eine Schere mit der du die Schnittteile ausschneidest solltest du dir auch zurecht legen. Außerdem eine Handnadel, Schneiderkreide bzw. einen löslichen Stoffstift sowie ein Lineal.

Bevor wir mit dem Nähen anfangen, gibt es einiges vorzubereiten:

  • Wasche deine Stoffe exakt wie auf den Etiketten vorgegeben vor. So verhinderst du ein späteres Einlaufen oder Ausfärben der Stoffe wenn die Jacke fertig ist.
  • Pause dir alle benötigten Schnittteile vom Schnittbogen ab. Ich nutze hierfür am liebsten dickere Baumarktfolie (0,08 mm), die ich mir in meinem Baumarkt vor Ort besorge und einen wasser- und wischfesten Folienstift. Achte darauf, dass du beim Übertragen auch alle Markierungen z.B. an den Schultern übernimmst.
  • Lege die Schnittteile auf deine Stoffe und schneide sie zu. Achte beim Cordstoff unbedingt darauf, dass du alle Teile in die gleiche Richtung auf den Stoff auflegst. Wenn du mal über den Stoff in beide Richtungen entlang der Streifen streichst merkst du, dass du in eine Richtung spüren kannst, dass du gegen die feinen Fasern streichst. Wenn du die Teile in unterschiedliche Richtungen zu schneidest, wirst du bei der fertigen Jacke leichte Unterschiede in der Optik sehen. Ich habe eine Nahtzugabe von 1,5 cm hinzugegeben, an den Säumen habe ich 6 cm zugegeben.
  • Bügle die Vlieseline auf alle im Schnitt gekennzeichneten Teile auf. Gehe hier so vor, dass die raue Seite der Vlieseline auf der linken Stoffseite liegt. Lege unbedingt ein Küchen- oder Bügeltuch zwischen Vlieseline und Bügeleisen, sonst läufst du Gefahr, dass die Einlage auf deinem Bügeleisen kleben bleibt und dein Eisen beschädigt.

Ich habe den Schnitt für meine Jacken folgendermaßen angepasst:

  • Ich habe ihn zwei Konfektionsgrößen größer genäht, damit die Cordjacke einen oversized Look bekommt.
  • Die Brusttaschen habe ich weggelassen, dafür habe ich aufgesetzte Taschen selber konstruiert, dazu habe ich einfach zwei Rechtecke, 18 cm breit und 23 cm hoch aus dem Stoff ausgeschnitten.
  • Im Originalschnitt werden Ärmelblenden mit Manschetten verwendet. Ich habe diese ersetzt durch geschlossene Ärmelblenden. Diese habe ich mir selbst konstruiert, in dem ich zwei Rechtecke ausgeschnitten habe, die 13 cm hoch und so breit sind, wie die untere Kante der Ärmel.
  • Die Brustabnäher am Vorderteil habe ich weggelassen, damit die Jacke einen noch kastigeren Look bekommt. Dazu habe ich die Linie an der Seite des Vorderteils von Taille zu Ärmelausschnitt zu einer leicht gewölbten Linie verbunden. Dann habe ich die Strecke von Ärmelausschnitt bis Ende Seitennaht am Saum gemessen und das Rückteil entsprechend verlängert, damit die beiden Teile wieder gleich lang sind.

Jetzt können wir unsere Cordjacke nähen!

Cordjacke nähen – deine Schritt-für-Schritt Anleitung

Schritt 1: Als Erstes nähen wir die eigens konstruierten aufgesetzten Taschen auf die Vorderteile. Hierzu versäuberst du erstmal alle vier Seiten der Tasche mit deiner Overlock. Dann legst du dir die Taschen so hin, dass der Cord sich bei beiden in die gleiche Richtung gleich “streichen lässt”. Jetzt bügelst du die oberen Seiten der Taschen 2 cm um und nähst den umgebügelten Stoff fest. Die anderen Seiten der Taschen bügelst du je 1 cm breit auf die linke Seite um. Danach steppst du die Taschen auf die Vorderteile. Ich habe sie in Abstand von 16 cm zur unteren Saumkante und 6,5 cm zur vorderen Mitte fest genäht. Lege die Taschen auf, stecke sie mit Nadeln fest und nähe sie von der rechten Seite entlang der drei Seiten – quasi U-förmig – fest.

Schritt 2: Das Rückteil ist in zwei Teile geteilt, der rückwärtigen Passe und dem Rückenteil. Diese beiden Teile nähen wir jetzt rechts auf rechts zusammen. Die Nahtzugaben bügeln wir in die Passe. Dann nehmen wir unser Band und stecken es auf der rechten Stoffseite so auf die eben genähte Naht, dass das Band genau mittig darüber liegt. Jetzt nähen wir das Band einmal entlang der oberen Kante und einmal entlang der unteren Kante fest.

Schritt 3: Jetzt nähen wir die Ärmelblenden rechts auf rechts an die Ärmel. Die Nahtzugaben bügeln wir auseinander.

Schritt 4: Als Nächstes sind die Schulternähte dran. Nähe die beiden Vorderteile jeweils an den Schulternähten rechts auf rechts auf das Rückenteil. Die Zugaben werden auch hier auseinander gebügelt.

Schritt 5: Als nächstes steppen wir die Ärmel fest. Dieser Schritt erfordert etwas mehr Fingerspitzengefühl. Du steckst den Ärmel zunächst rechts auf rechts so auf Vorder- und das Rückenteil, dass die Markierung genau auf die Schulternaht trifft. Du steckst erstmal nur diese gerade Strecke fest und nähst die Stoffe hier zusammen. Dann schneidest du an den Vorderteilen und dem Rückenteil den Stoff genau an den Stellen ein, an denen deine Naht angefangen und geendet hat. Schön nah ran an die Naht, das ist notwendig, damit sich der Stoff im nächsten Schritt gut legt. Du steckst jetzt nämlich die beiden kurzen Seiten der Ärmel rechts und links von unserer eben genähten Naht auf Vorder- und Rückenteil. Jetzt beginnst du deine Naht exakt da, wo du vorhin angefangen bzw. geendet hast und achtest beim Nähen besonders aufmerksam darauf, dass sich der Stoff faltenfrei legt.

Schritt 6: Jetzt schließen wir die Ärmel- und Seitennähte der Jacke. Dazu legst du die Teile so, dass du die Ärmel längst rechts auf rechts faltest sodass die offenen Ärmelkanten aufeinander liegen. Dann legst du die Vorderteile rechts auf rechts auf das Rückteil sodass die beiden seitlichen Kanten der Jacke aufeinander liegen. Jetzt nähst du die ganze Strecke von den Ärmelblenden bis zum Saum der Jacke bzw. umgekehrt in einem Zuge durch. Die Zugaben bügelst du auseinander.

Schritt 7: Wir nehmen uns im nächsten Schritt die Ärmelblenden vor. Klappe diese genau in der Hälfte in Richtung des jeweiligen Ärmels um und zwar so, dass die offene Stoffkante der Blende genau auf die Kante der oberen Nahtzugabe zwischen Ärmel und Blende trifft. So steckst du die Blende einmal ringsum mit Nadeln fest. Dann wendest du die Ärmel, sodass die rechte Stoffseite außen liegt und nähst die Blenden “im Schatten der Naht” fest. Das bedeutet, dass du auf der rechten Stoffseite exakt auf der Naht zwischen Ärmel und Blende entlang steppst. Das tolle an dieser Vorgehensweise ist, dass du von außen nun keine zweite Naht an den Ärmeln siehst.

Schritt 8: Als Nächstes kommt der Kragen dran. Nähe beide Kragenteile rechts auf rechts aufeinander, lass die Krageninnenkanten offen. Schneide die Nahtzugaben auf 5 mm zurück und an den Ecken schräg ab. Jetzt wendest du den Kragen, sodass die rechte Seite außen liegt. Die beiden Ecken kannst du dir mit einer Stecknadel “rausziehen”, so lange bis du schöne Ecken hast. Jetzt steppst du von der rechten Seite aus die eben genähten Kanten schmal ab. Im nächsten Schritt wird der Kragen an den Halsausschnitt genäht. Stecke ihn dazu mit der verstärkten Kragenseite unten auf den Halsausschnitt und achte darauf, dass die Markierungen am Kragen auf die Schulternähte der Jacke treffen. Nähe den Kragen einmal über die komplette Breite an der Jacke fest.

Ein großer Teil unseres Projekts “Meine eigene Cordjacke nähen” ist geschafft – der Oberstoff ist fertig!

Schritt 9: Jetzt nähen wir das Futter zusammen. Hierbei fängst du wieder mit der rückwärtigen Passe an, wie beim Oberstoff. Als Nächstes schließt du die Seitennähte an Vorderteilen und Rückenteil. Nahtzugaben werden auseinander gebügelt, teste hierbei erst mit einem Stoffrest, ob sich das Fellimitat bügeln lässt, bei meinem Stoff wäre der Stoff geschmolzen deswegen habe ich die Zugaben nicht auseinander gebügelt, sondern sie beim weiteren Vernähen auseinander gelegt. Jetzt säumst du die unteren Kanten dieser Teile, d.h. du klappst die Saumzugabe komplett nach innen also auf die linke Seite und steppst diese fest. Ich habe den Saum nicht zweimal eingeschlagen, weil das Fellimitat sonst zu dick wird. Ich empfehle dir hier, bevor du den Saum festnähst einmal zu testen, ob er so kurz ist, dass er nicht über den Saum des Oberstoffes geht. Lege dir dazu einfach das Futter mit dem abgesteckten Saum einmal so in die Jacke aus dem Oberstoff, dass die Seitennähte genau aufeinander liegen und die Armausschnitte von Oberstoff und Futter aufeinander treffen. Bei meinem Futter habe ich 8 cm Saumzugabe abgenäht, beim Oberstoff waren es nur 6 cm.

Für den nächsten Schritt nimmst du dir deine vorderen und rückwärtigen Besätze und steppst diese links auf rechts auf die Vorderteile und den Halsausschnitt am Rückenteil. Dabei gehst du am besten so vor: Die vorderen Besätze legst du mit der linken Seite auf die rechte Seite der Vorderteile, sodass die vorderen Kanten aufeinander liegen. Jetzt steppst du sie von der rechten Seite aus so einmal entlang der vorderen Mitte fest. Dann bügelst du die Nahtzugabe der noch offenen Längskante der Besätze auf die linke Seite um. Dann steppst du diese Kante wieder links auf rechts auf dem Vorderteil fest. Wundere dich nicht, wenn die Besätze länger sind als das Futter, das ist richtig so. Beim rückwärtigen Besatz bügelst du an der äußeren Rundung ebenfalls die Nahtzugabe um. Hierbei musst du die Nahtzugabe ein paar Mal einschneiden, damit sich die Rundungen gut legen. Dann steppst du den Besatz am Halsausschnitt des Rückenteils links auf rechts fest.

Schritt 10: Die Schulternähte am Futter werden als nächstes geschlossen. Danach setzen wir die Futterärmel ein. Da die Seitennähte diesmal schon geschlossen sind, müssen wir anders vorgehen als am Oberstoff. Wir nähen zunächst die Ärmelnähte rechts auf rechts zusammen. Dann stülpen wir die Ärmel um, sodass die rechte Stoffseite außen ist. Die Futterjacke legen wir uns so hin, dass die rechte Stoffseite innen liegt und die Vorderteile auf dem Rückenteil liegen. Jetzt stecken wir den ärmel von innen in die Öffnung und nähen ihn von der linken Seite aus fest.

Schritt 11: Jetzt nähen wir das Futter mit dem Oberstoff zusammen. Dazu legen wir beide Jacken rechts auf rechts aufeinander und nähen die Kanten der vorderen Mitte sowie entlang des Halsausschnitts aufeinander. Achte beim Halsausschnitt darauf, dass der Kragen sauber zwischen gefasst wird und keine Falten entstehen. Schneide die Nahtzugaben auf 5 mm zurück, an den Ecken schneidest du die Zugaben schräg ab.

Schritt 12: Der Saum des Oberstoffes kommt als nächstes dran. Dazu nähst du den vorderen Beleg zunächst rechts auf rechts quer auf die Saumzugabe der Vorderteile und zwar von unten gemessen auf Höhe deiner Saumzugabe (6 cm wenn du es genauso machst wie ich). Dann schneidest du den Stoff wie hier auf dem rechten Bild zu sehen ab:

Jetzt säumst du die restliche Jacke, indem du die Saumkante einmal komplett mit der Overlock versäuberst, die Saumzugabe dann bei 6 cm einmal umbügelst und sie so festnähst.

Schritt 13: Zeit, die Cordjacke zu wenden! Leg dir die Jacke so vor dich, dass die rechte Seite des Cordstoffes außen liegt. Ein kleiner Tipp: Die Ecken an der oberen vorderen Mitte kannst du dir mit einer Stecknadel schön “herausziehen”. Dazu einfach vorsichtig von rechts mit der Stecknadel immer wieder den Stoff weiter aus der Ecke ziehen, bis du eine schöne Ecke hast. Jetzt steppen wir die Kanten an der vorderen Mitte und den Halsausschnitt einmal nähfußbreit ab, damit sich der Stoff besser legt. An den Vorderteilen steppen wir außerdem ca. 5 cm rechts bzw. links von der vorderen Mitte einmal entlang der kompletten Längsseite nach unten ab. Das mache ich gerne, damit ich am Ende eine schöne Knopfleiste habe.

Schritt 14: Nähe den Saum des Futters per Hand an den Saum des Oberstoffes. Hierzu stichst du einmal auf der Innenseite in den Oberstoff, aber so, dass man den Stich von außen nicht siehst, und dann einmal in den Futtersaum. So machst du abwechselnd weiter bis der gesamte Saum festgenäht ist. Das gleiche machst du mit den Säumen der Futterärmel.

Schritt 15: Fast fertig beim Cordjacke nähen! Als letztes nähen wir unsere Knopflöcher und Knöpfe. Ich habe meine Knopflöcher im Abstand von 12 cm in das rechte Vorderteil genäht und das oberste ca. 4 cm unterhalb vom Halsausschnitt gesetzt. Einen kleinen Tipp beim Auftrennen der Knopflöcher habe ich noch für dich: stecke eine Nadel kurz vor das Ende des Knopfloches und trenne von der anderen Seite hin zu der Nadel auf. So hast du einen Stopper und kannst nicht versehentlich über das Ende des Knopflochs hinaus auftrennen. Die Knöpfe nähst du dann per Hand an die linke Vorderseite und zwar genau so, dass sie auf die Knopflöcher treffen.

Deine eigene Cordjacke nähen – Du bist fertig!

Geschafft! Unsere Cordjacke ist fertig und einsatzbereit. Ich habe sie direkt auf einen kleinen Ausflug in einen wunderschönen sonnigen Wintertag mitgenommen:

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